Kolumne1

Das Verzeihen als „Wundermittel“

Wer kennt das nicht? Ein Freund hat Sie beleidigt und Sie ziehen sich in den Schmollwinkel zurück. Wir sind sauer auf den Partner, weil er wieder einmal ein Versprechen gebrochen hat. Wir sind verbiestert, weil uns der Chef nicht die Anerkennung gibt, die wir erwarten.
Nur allzu gerne bauen wir Gräben auf zwischen uns und unseren Mitmenschen. Kränkungen gehören offensichtlich zum Leben wie das tägliche Zähneputzen.

Nur – wenn wir diese Kränkungen ein Leben lang in uns hineinfressen wird dieses Leben nicht von langer Dauer sein!

Denn: Wer anderen und vor allem auch sich selbst verzeihen kann, bleibt gesund und lebt länger. Im übrigen macht Vergeben wirklich selig; es kann kaputte Ehen reparieren und sogar Verbrechen vorbeugen. Allein in den USA gibt es inzwischen mehr als 50 wissenschaftliche Studien, die alle von den positiven Ergebnissen des Verzeihens auf die Gesundheit berichten.

So wurde jetzt in einer Forschungsarbeit nachgewiesen, dass verzeihende Menschen einen niedrigeren diastolischen Blutdruck und geringere Stresshormon-Werte aufweisen als weniger Verzeihensbereite. Eine andere Untersuchung kam zu dem Schluss, dass Verzeihen nicht nur chronische Rückenschmerzen und Depression lindern kann, sondern auch vor einer Chronifizierung von Schmerzen schützt.

Rachsüchtige verbrauchen eine Menge an Energie für ihre Rachegelüste.

Auch auf die Fettleibigkeit wirkt sich Verzeihen positiv aus. So nahmen italienische Ehefrauen, alle stark übergewichtig und typische Frustesser, ab, nachdem sie gelernt hatten, ihren Männern all die Kränkungen zu verzeihen, die diese ihnen angetan hatten. Vergeben hat außerdem einen günstigen Einfluss in der Rehabilitation von Patienten mit Wirbelsäulenproblemen.

Aufgrund der Forschungen wurde auch deutlich, dass vor allem auch „Selbstvergebung die größte Heilung ist“. Die Selbstvergebung ist einer der Schlüssel, um Leiden, Unglück und Krankheit von Innen her zu heilen.

So geht die Lehre der „radikalen Selbstvergebung“ davon aus, dass Menschen in ihrem ganzen Leben niemals einen Fehler gemacht haben und alles Geschehene seinen tieferen Sinn hatte. Die Einsicht lautet: „Alles, was geschehen ist, war notwendig, um das Wachstum der Seele zu fördern und innere Befreiung zu erlangen“.
Vor allem ganzheitlich ausgerichtete Mediziner sind sich inzwischen einig, dass eine konsequente körperliche und geistige Entgiftung zur Heilung auch schwerster Leiden führen kann. Wer seine früheren traumatischen Erlebnisse loslassen und allen, die daran beteiligt waren, vergeben kann, befindet sich bereits auf dem Weg der Heilung.

Wer sich aber die (vermeintlichen) Fehler der Vergangenheit nicht vergibt und glaubt schuldig zu sein, der kann seine Krankheit kaum überwinden. Mit seiner negativen Denkweise programmiert er das Unterbewusstsein automatisch auf Zerstörung.

Eine wunderbare und einfache Übung einer solch unheilvollen Entwicklung entgegenzutreten ist beispielsweise das hawaiianische Vergebungsritual „Ho`ponopono“, das auf den Inseln vor der Westküste der USA noch vor der Heilung des Körpers durchgeführt wird.
Dabei wird nach einer Einstimmung über Gebet oder Meditation das Problem beschrieben und der eigene Anteil daran in das Bewusstsein gerufen. Anschließend wird allen an der Situation beteiligten Menschen vergeben und sie sprechen folgende – freilich ehrlich gemeinten – vier Sätze: „Es tut mir leid. Bitte verzeihe mir. Ich liebe Dich. Danke“.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass diese simple Methode nicht nur im Bereich Gesundheit wahre Wunder vollbringen kann, sondern sich auf alle Lebensbereiche wie Partnerschaft, Finanzen, Beruf oder Familie positiv auswirkt.